Fallschirmformation

Canopy Formation mit Blick auf Hotel Scheidberg (Foto: FSV Saar) Canopy Formation mit Blick auf Hotel Scheidberg (Foto: FSV Saar)

 

Bei der Disziplin Fallschirmformation (engl. canopy formation CF oder canopy relative work CRW bzw. CReW) öffnen die Springer ihren Fallschirm nahezu direkt nach dem Verlassen des Flugzeugs und fliegen anschliessend zuvor ausgeloste Formationen zusammen, wie z.B. den im Foto gezeigten Stack.

 

Die Entstehung dieser Disziplin ist ohne die Entwicklung des modernen, gut steuerbaren Flächenfallschirms nicht denkbar. Mitte der 70er Jahre also inmitten der Umstellung von Rundkappen zu Flächenfallschirmen in der zivilen Springerei kamen die ersten Springer auf die Idee die Schirmfahrt nach dem Freifall dazu zu nutzen, andere Springer präzise anzufliegen und sogar anzudocken. Und wer sich dazu überwunden hat, das zu tun, weiss: Das Erlebnis als Pilot einen Stapel anderer Schirme unter sich, um die Wolken zu steuern, ist unvergleichlich...

 

Dennoch ist Canopy Formation eine Nischendisziplin geblieben, die nur von wenigen Springern ausgeübt wird. Im wesentlichen sind dafür zwei Gründe anzugeben:

 

Eine Kollision von Springern an Fallschirmen während der Schirmfahrt führt in der Regel zu schweren Unfällen. Eine Überlebensregel während der Ausbildung und im "normalen" Springerleben ist daher: Weg von anderen Kappen!

 

Grundsätzlich gilt diese Sicherheitsregel auch beim CF, mit der Ausnahme, dass kontrollierte d.h. zuvor besprochene (gebriefte) Anflüge durchgeführt werden und Notfallprozeduren eingehalten werden. Bei der Einweisung soll auch darauf geachtet werden, dass der CF-Anfänger mit einem CF-Erfahrenen zusammen übt.

 

Zum zweiten ist die Entwicklung der Flächenfallschirme sehr weit fortgeschritten. Ein CF-geeigneter Schirm und ein typischer Schirm des Freifallsspringers unterscheiden sich mittlerweise stark.

 

Die regulären, stabilen 7-Zeller aus der Anfangszeit, die sich gut für CF eigneten, wurden durch schnellere und kleinere 9- und mehr Zeller ersetzt, mit denen man CF nicht mehr sicher durchführen konnte.

 

Unterschiedliches Schirmmaterial bedeutet, dass ein CF-Interessent zunächst einen CF-tauglichen Schirm auftreiben muss... glücklicherweise ist die CF-Gemeinde überschaubar und es werden untereinander auch CF-Schirme verliehen. Kontakt zur CF-Szene findet man übrigens auf www.canopy-formation.de

 

Interessanterweise ändert sich derzeit die Schirmsituation durch die Einführung der CF2 Disziplin. Hier werden von den Weltklasseteams kleine (z.T. kleiner 100 sqft.) Schirme mit hoher Flächenbelastung gesprungen, um schnelle Formationswechsel zu fliegen. Teilweise können die Schirme wie z.B. der PD Storm sogar von Freifall auf CF umgerüstet werden oder sind bauartbedingt für beides geeignet wie z.B. der Hybrid-Triathlon.

 

Der Titelverteidiger aus 2007 ist das Team Airstep, die auch den Deutschen Rekord in der CF2 Disziplin halten: 11 Punkte (2008, DFV-Cup Leutkirch).

 

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